Es geht auf den Plocno (2228m) und ich treffe die Jungs von Enduro Spirit in der Stadt Mostar

Es ist 6:30 ich wache wie immer auf. Aber nun unter einer warmen Decke. Irgendwie schön doch auch irgendwie unbehaglich wegen den Wänden und der Decke. Ich gehe ins Bad und Dusche warm. Irgendwie zu lange aber es tut so gut, dass das Wasser einem über den Körper streicht wie eine liebliche Hand die über den Körper fährt.

Ich frühstücke und ziehe mich an. Es geht jetzt noch mal schnell zum Albert und Enduro Spirit vor Ort. Die haben ja Mittwochs immer frei und so finde ich Albert der gerade mit seinem Auto anfährt ins Café zu gehen um einen Espresso zu trinken. Wir gehen noch hinter in die Werkstatt um mit Ivan ein Foto zu machen. Dann gehts aber los.

Es geht auf der TET Richtung Mostar heute. Aber zuvor fahre ich am Stausee Ramsch Jezero vorbei, der gerade einen extrem tiefen Wasserstand hat. Es geht durch kleine Strassen über die Staumauer direkt auf den TET. Ich habe die Strecke ein wenig verändert da mir das durcheiern auf den Hauptstrassen heute zu doof war. 

Die Straße beginnt relativ unspektakulär und wird dann leicht sandig und schottrig. Sie ist wirklich breit mehr als zwei Straßen zusammen und es geht in leichten Schlangenlinien die Straße entlang. Ich gebe gas. Möchte ja heute noch Mostar erreichen. So pflüge ich mit knapp 80-90km/h den Schotterweg entlang.

Vor mir kommt eine kleine Lichtung und ich sehe einen Enduristen auf die Straße gehen. Ich halte an und frage ob alles gut sei und ob sie den Urlaub genießen. Es sind zwei Tschechen die mit einer GS 800 und einer Yamaha Tenere 1200 unterwegs sind. Wir reden ein wenig und ich fahre weiter nachdem Sie meinten sie würden langsam unterwegs sein. Der Weg endet direkt auf der Straße in einem riesigen Kessel. Links und rechts nur Berge soweit das Auge reicht und in mitten ein wunderschöner leider auch schon sehr ausgetrockneter See. Ich fahre anstatt auf der Straße auf dem sandigen Schotterweg neben der Straße und springe bei den Einfahrtskuppen wie ein kleines Reh in die Höhe. 

Am See vorbei geht die TET wieder ins Off. Jetzt wird es anders. Es ist nicht mehr leichter Sand sondern Tennisball große lose Steine mit Sand vermischt die teilweise sehr tief sind. So geht es die Straße einmal so einmal normal entlang bis ich zur Gablung für den Berg Cuprija komme. Er sollte eigentlich höher sein laut meinen OSMAnd Daten. Na das wollen wir doch mal sehen wo die 100m abgeblieben sind. 

Es fängt langsam an und wird dann immer schwerer. Der grobe Schotter und der Sand werden tiefer und die Steigungen anspruchsvoller. Es geht in Serpentinen den Berg hinauf. Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten, aber nach 30 Minuten hatte ich mich damit auch arangiert. Es geht immer weiter den Berg rauf. Nach ca. 1h stehe ich auf der ersten Anhöhe auf 2073m. Hier sind alle Bäume tot. Es ist eine reine Steinwüste neben mir. Ein total geiles Gefühl hier der einzige zu sein. Weiter gehts. Ich bohre mich jetzt immer mehr und mehr durch den tiefen Schotter der immer tiefer wird. Es ist eigentlich langsam ein richtiger Kampf ganz an die Spitze zu kommen die Steine werden teilweise Faustgroß und kleinere Treppen in den Kurven machen die letzten gesuchten 100m zu einer Herausforderung. Auf einmal eine ganz normale Schotterstraße. Gut gepflegt und man sieht noch in manchen Ecken Schnee liegen. Um eine Kurve zeigt sich ein Station. Ich denke mir häää ne Wetterstation vielleicht ? Ich fahre da mal hin. Da waren Sie die fehlenden 100m. Ich fahre bis an den Fallbaum heran. Und steige ab. Total geil dort oben. Nur Berge soweit das Auge reicht. Und der Ausblick ist unbeschreiblich. 

Es kommt ein Mann raus. HEY!! WHAT ARE YOU DOING HERE? THAT IS NOT A ROAD AND YOU NOT ALLOWED TO BE HERE!!!!! Ich merke er meint es ernst denn hält mit einer Hand an seiner Waffe am Gürtel fest. Ich erklärte mich und das ich nur ein paar Fotos von der Aussicht machen möchte und das ich dann gleich wieder abhaue. Er bejate und ging zu einer Bank und wartete. Ich machte ein paar Fotos und drehte um und fuhr wieder runter. OK Es ist also eine Armee Basis fürs Kommunikation so wie es mit den Satelitenschüsseln aussieht.

Ich fahre wieder nach unten und treffe die beiden Tschechen wieder. Sie fragen mich ob das fahrbar ist und ich meinte es ist hart und Ihr habt schwere Maschinen glaube schon das es hart wird. Dann überlege ich kurz soll ich nicht vielleicht helfen und mit Ihnen zusammen hoch fahren. Vielleicht können Sie meine Hilfe ja gebrauchen. So fuhren wir zusammen noch mal hoch ,). Ja ich weiss aber es hat mega Spass gemacht da rauf zu fahren.

Der Tenere Fahrer legte sich zwei mal hin, hob aber so schnell konnte ich garnicht schauen die Maschine wieder auf. Krass

Bei ca. Der Mitte verabschiedete ich mich dann von Ihnen, da ich sah sie sind gut bestückt und fahren sehr gut. Das kam im ersten Gespräch nicht rüber. 

Also runter. Ich hab nun nur noch 2 Striche Benzin. Das ist wenig. Wie weit ist es denn zur nächsten Tankstelle. Mostar. Ok hmpf könnte gerade so hinhauen. Also gehts los. Durch eine wunderschöne Steinlandschaft geht es über Stock und Stein den Berg hinauf und wieder hinunter. Diese Strecke ist anspruchsvoller als das was am Vormittag der Fall war. Sie ist wie ein guter Kaffee der nach dem Berg auf dich wartet. 

In Mostar angekommen, repariere ich mal endlich meinen Fingerschutz , der ist mir abvibriert und ich hatte Ihn mit zwei Kabelbindern fest gemacht. Ich fahre dazu zu eine Werkstatt und frage nach Schraube und Beilagscheibe. Er redete gut Deutsch und meinte das ist alles kein Problem. Er fragte mich einiges zu meinen Reisen und auf einmal klopft der Mechaniker mir auf die Schulter. Er war schon fertig und hat alles zusammengebaut. 

Mensch cool was willst du haben ? Frage ich Nicht meinte er. Endurofahrer müssen sich doch helfen. Er fährt auch eine 350er KTM hier in den Bergen. 

Ich bedanke mich und fahre weiter zum Einkaufen und zu einem Werkstattladen. Ich will wieder selber Werkzeug besitzen. So kaufe ich einiges ein und komme aus dem Geschäft. Ich bin mitten in der Großstadt und packe meine Sachen ein. Auf einmal „FRANKY !!!!!, HEYYYYY FRANKY!!!! „ hallt es aus den Straßen. Ich drehe mich um und ein schwarzes Auto fährt auf der Gegenseite an mir vorbei. Winkende Hände. Das Auto dreht um und drinnen sitzen. Die Jungs von Enduro Spirit Bosnia 😉 Was für ein Zufall. 

Wir reden ein wenig und ich freu mich so sehr das man sich nochmal getroffen hat. 

Nun geht es weiter. Ich muss noch auf den Berg. Aber ich bin schon ganz schön geschlaucht. Langsam geht es auf Teerstraßen den Weg hinauf bis es nur noch sehr tiefer Schotter und grobes Gestein ist. Ich ackere mich den wirklich steilen Berg hinauf. Wenigstens sind die Kurven noch zementiert. Ich bin langsam echt am Ende. Es war ein harter Tag und ich kämpfe mich immer weiter den Berg hinauf. Auf der Anhöhe zum Funkturm bleibe ich stehen und sage mir OK keinen Bock mehr. 

Ich finde ein schönes Plätzchen, wo ich ein Feuer und mein Zelt aufstellen kann. Ich kann sogar von hier auf die ganze Stadt hinunter blicken. Fast besser als von dem Berg der direkt in der Stadt ist mit dem Kreuz oben drauf. 

Ich öffne meinen Packsack und was muss ich sehen das Öl hat angefangen zu Suppen und ist es ist auf dem gesamten Schlafsack. Na toll … Ok bekommen wir hin. Ich packe die Essenssachen aus und siehe da, das Nutella was ich mir heute beim Hotel mitgenommen hatte. Ist aufgegangen und verteilt sich sehr schön in meinem Gewürzkästchen…. Ok also heut läufts. Ich putze das Kästchen und den Schlafsack… scheiss drauf ich schlaf im Öl. 

Ich esse was sitze am Feuer und genieße vorher noch den krassen Sonnenuntergang. 

Im Bett angekommen schimpfe ich noch ein wenig mit mir selbst und schlafe ein. 

Bis Morgen Dann 

Dein 

Franky

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