Tenere 700 Review / Erfahrungen

Endlich, nach nun 3 Wochen, sind die ersten 650km abgespult.

60% auf Landstrassen und 40% Offroad. Bitte nicht fragen wo ;).

Für die Leute, die anstatt zu lesen lieber den Review anschauen möchten, ist ganz unten das Video.

Allgemein

Was soll ich sagen – ich bin vollständig erregt 😉

…und zwar sehr positiv erregt. Ich bekomme von Ihr nicht genug. Sie fährt sich leichtfüßig und bereitwillig in den Kurven. Die Reifen geben zwar einen faden Beigeschmack, wenn man auf nassem oder losem Untergrund ist, aber nicht die Maschine.

Es gibt ein paar Kleinigkeiten, welche ich in den nächsten Zeilen noch genauer erläutern werde, die mich mehr oder weniger nerven. Also auf gehts in den 650km Review:

Vorderes Schutzblech

Das vordere Schutzblech besitzt einen sehr intelligenten Ansatz. Es ist höhenverstellbar, so dass der Fahrer bei schlammigen Passagen mit dem Bordwerkzeug den Fender einfach erhöhen kann und der Dreck, welcher am Reifen haftet, nicht das Vorderrad blockieren kann.

Cockpit

Hier kommen wir zu einem simplen Aufbau. Kein Schnickschnack und das ist auch gut so. Ich möchte Enduro fahren und nicht den nächsten Tweet oder Facebookeintrag anschauen, wie es derzeit KTM, Honda und BMW so anbieten….

Ich will garnicht sagen, dass es nicht cool ist, seine Musik vom Handy auf das Motorrad durchzuschalten, jedoch kostet es Geld und es kann kaputt gehen. Das sind Funktionen, die für eine Enduro nicht wichtig sind.

Zum Glück hat sich Yamaha mit der Tenere 700 wirklich auf die wichtigen Dinge konzentriert.

Der Fahrer findet sich schnell zurecht und auch die Ganganzeige ist bei langsamen Fahrten hilfreich. Ich finde auch die Wassertemperatur- und die Außentemperaturanzeige sehr gut.

Leider bringt mich dies zum ersten NoGo bei diesem Gefährt.

Die No-Go’s

Der Schalter vom Durchschalten der Serviceinformationen ist auf der Gasseite.

So ist ein Bedienen während der Fahrt sehr unangenehm. Beim Bedienen des Schalters ist es mir schon öfters passiert, dass ich dabei ein klein wenig das Gas zu gemacht habe und ich wurde nach vorne geworfen.

Ist einfach kein gutes Gefühl. Zudem wäre auf der anderen Seite für den Serviceschalter genug Platz gewesen.

Also bitte Yamaha Motor – bei der nächsten Produktions-Version den Schalter auf die andere Seite verbauen – bitte bitte.

Der Auspuff

Tja er brummt und poltert schon mal aber allgemein ist er sehr leise und zurückhaltend. Wenn man auf das Karbon und auf das ganze Bling Bling verzichten kann, spart man hier einiges an Geld. Denn der Standardauspuff hört sich auch schon nicht schlecht an. Der Unterschied zwischen dem Akrapovic und Yamaha ist der, dass der aus dem Zubehör ein wenig bassiger ist, aber nicht lauter.

Ich würde dazu raten, sich das Geld zu sparen.

Der Reifen

Ich möchte den Reifen nicht zu sehr runter machen. Es ist ein Straßenreifen der nach Offroad aussieht. Es kann sicherlich sein, dass er auf anderen Maschinen mehr Grip oder ein schöneres Handling auf Offroadpassagen hat, jedoch konnte ich ihn nicht ins Herz schließen.

Es fehlt mir einfach auf losen oder nassen Offroadpassagen an Halt und ich wünschte mir, dass er mehr Biss im Boden hat wenn man beschleunigt. Aber die Freigabe für den Heidenau K60 ist schon fertig und kann nun auf den Seiten von Heidenau heruntergeladen werden.

Hier der Link für die Freigabe
https://de.reifenwerk-heidenau.com/documents/freigaben/Yamaha_XTZ690_DM07_Tenere700.pdf

Verhalten auf Strasse und Offroad

Die Maschine wird derzeit vom einem Gefühl – wie soll es auch anders sein – vom Reifen dominiert. Sie ist so zurückhaltend jedoch auch kräftig. Ab 4000 Umdrehungen fängt der Motor an, sein Drehmoment voll auszuschöpfen. Natürlich darf man jetzt keinen 990 Adventure Druck erwarten, jedoch ist es ein sehr angenehmes Reisen.

Auf der Straße macht sie einen sehr leichtfüssigen und braven Eindruck, der einen nur so in die Kurven legt, wenn man daran denkt. Ich mag solche Maschinen die meine Wünsche schon mit den kleinsten Denkanstößen umsetzen und auch mal was verzeihen, wenn man über die Stränge schlägt.

Im Offroadbereich kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Performance mit einem mehr offroadlastigen Reifen besser gehen würde, da die Maschine mit dieser Bereifung ein wenig nervös von einem Stein zum anderen springt und sofort ausbricht. Was ber auch Spass machen kann 😉

Jedoch möchte ich schon gerne mehr Kontrolle besitzen, um auch definiert durch den Wald zu heizen.

Bremsen

Das ABS – genauso wie die Bremsen – sind sehr schön zu dosieren und auch das Handling in Kurven ist über die Hinterradbremse sehr schön zu lenken. Ich genieße auch sehr eine harte Vorderradbremsung in leichter Schräglage, da es jederzeit ein gutes Gefühl an den Fahrer überträgt.

Das Abschalten des ABS ist jedoch nicht so toll, da es im Stand vollzogen werden muss. Ich versuche gerade hier noch eine Lösung zu finden, das ABS dauerhaft ausschalten zu können. Wenn ich was gefunden habe gebe ich euch Bescheid 😉

Positionierung der wichtigen Teile

Die Position auf der Maschine ist im Stehen wie im Sitzen ein Traum und ich bin so froh, dass die Zeiten der Africa Twin RD04, in denen ich schmerzhaft angewinkelt auf dem Bock sass, nun endlich zu Ende sind. Dies lag aber auch an den Orthesen, welche mir ins Bein geschnitten haben.

Ich würde Leuten welche größer als 180cm gross sind, die 20mm Spacer am Lenker wärmstens ans Herz legen. Im Stand auf Offroadfahrten nehmt ihr so eine sehr angenehme Position ein und steht nicht verkrampft auf dem Bock.

Zudem wird das Lenken im Sitzen auch angenehmer und es legt sich kein Druck auf den Händen und Schultern an.

Zubehör

Was ich euch sehr ans Herz legen würde ist der Schutz an den Seiten. Hier werden teure Plastikteile und gefährdete Stellen wie der Wasserausgleichsbehälter und die Wasserpumpe geschützt. Denn wenn diese Herrschaften kaputt gehen, ist erstmal Schicht im Schacht.

Zudem würde ich den Standardsitz behalten, der Rallye Sitz ist um einiges höher und ich bin schon 189cm groß und komme gerade so mit den Füßen zum Boden. Klar wenn du 210cm groß bist, würde ich es empfehlen, aber ansonsten kannst Du hier wieder Geld sparen.

Zudem würde ich auch den Tausch des Unterfahrschutzes empfehlen. Er ist dicker und hält einfach mehr aus als der Standardschutz der auch nicht so hoch angesetzt ist wie der Erweiterte Bodenschutz.

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