Bringt ein kleiner Bach das Ende?

Die Sonne scheint mir ins Gesicht und wärmt meinen ganzen Körper. Die Vögel zwitschern und ich rieche Wasser. Ich öffne meine Augen und liege in meiner Hängematte. Um mich rum schläft noch alles. Max schnarcht noch ein wenig und aus dem Auto von den beiden Engländern kommt auch kein Mucks. Ich genieße diesen Moment. Irgendwann höre ich die Flöte von gestern. Scheinbar spielt Kevin für seine Frau ein irisches Lied.

Nach einer Zeit stehe ich auf, auch Max ist aufgewacht und wir packen langsam zusammen. Fürs Frühstück fehlen noch die Sachen und heute wollen wir gestärkt ans Werk gehen.

Auch das englische Pärchen ist aufgestanden und lädt uns zum Frühstücken ein. Wir essen Müsli und tauschen Nummern aus. Vielleicht trifft man sich ja wieder. Die Welt ist ein kleines Dorf.

Wir fahren los. Nach 10 Minuten sind wir wieder auf der TET und zirkeln uns auf der nun festeren Oberfläche weiter ins Landesinnere. Schöne Wälder in denen rießiges Dammwild lebt und ängstlich vor uns flieht ziehen an uns vorbei. Es ist zwar lehmig jedoch nicht so matischig wie gestern.

Die Straße führt uns zwischen Ortschaften und lehmigen Wäldern zu einer Schotterauffahrt direkt aus einem Ort hinaus auf eine kleine Hochebene. Dort ist ein 1 1/2 Motorrad breiter Bach der überquert werden muss. Max bleibt erst mal stehen und meint er schaut sich das bei mir an. Ich gebe beherzt Gas und ziehe das Vorderrad hoch um über die ersten Meter nicht mit dem Vorderrad in dem Schlamm zu kommen. Lieder pflatsche ich mittig in den Schlamm hinein und grabe mich durch das Vollgas bis zur Hälfte mit der Maschine in den Schlamm.

Alles ist schleimig. Sogar zieht es mir fast die Offroad Schuhe aus als ich versuche aus dem Loch zu entfliehen. Wir versuchen viele Möglichkeiten. Von etwas unterlegen bis hin mit der anderen Tenere mit den Seilen die Maschine zu bewegen. Aber Sie bewegt sich keinen Zentimeter. Tja jetzt ist erst mal Schluss. Wir besprechen uns kurz und Max fährt in die entgegengesetzte Richtung los um jemanden zu finden der mich rausziehen kann. Nach einer halben Stunde kommen 3 Honda CRF 300 Maschinen an. Österreicher die auch auf der TET unterwegs sind. Wir besprechen uns kurz und er meint er würde gerne helfen. So fährt er auch in das Schlammloch und bleibt auch stecken. Nun sind zwei Motorräder in der Grube 😉 dachte ich mir.

Jedoch bei dem geringen Gewicht konnte man zu dritt die Maschine einfacher herausziehen. Während die Österreicher noch am überqueren waren kam Max mit Hilfe an. Eine ganze Familie mit Ihrem Pickup Truck der mich dann mit einer Panzerschlinge und dem Auto aus dem Dreck befreite.

Ich bedankte mich herzlich bei Ihnen und wollte Ihnen für die ganze Arbeit etwas geben. Sie nahmen es nicht an und meinten nur auf einem guten Englisch. Wir helfen weil wir was gutes tun wollen und man sich gegenseitig hilft.

Hier sieht man wieder wie toll Ungarn und Ihre Menschen sind. Ich liebe es zu reisen und sowas immer wieder erleben zu dürfen.

Wir kehrten um und fuhren einen anderen Weg weiter. Die Maschinen mussten aufgetankt und gewaschen werden. Sonst würde es nicht mehr wirklich weiter gehen. Nach Säuberung dieser entschlossen wir uns zum Ballaton zu fahren um dort einen Campingplatz zu suchen.

Uns wurde auch klar das wir in 2 Wochen nicht ansatzweise mehr 1/3 der Strecken der TET abfahren können bei diesen Konditionen. Aber wir möchten im unteren Bereich mal ein paar Strecken austesten.

Wir finden einen typischen deutschüberlaufenen Campingplatz der uns 9 Euro pro Person kostet. Aber er hat einen Pool 😉 Also ausziehen und ab in den Pool.

Heute kocht der Max und ich lasse mir es gut gehen. Wir schnippseln zusammen die Sachen zusammen während wir ein paar Bierchen schlürfen. Jedoch sind die Mücken echt elendlich. Bis wir gegessen haben sind wir schon total zerstochen. So verbringen wir den Abend jeweils in unseren Zelten und quatschen ein wenig.

Bis Morgen
Dein Franky

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