Reisen · Balkan Big Bike Hardtour

Nur kurz zur Grenze #NOT

4 Min. Lesezeit
Motorradfahrer kämpft sich einen steinigen Hügel hoch, umgeben von bewaldeter Landschaft.

Wir starten den Tag mit einem wundervollen Sonnenaufgang. Martin und ich übernachteten im Zelt auf dem Campingplatz neben den Motorrädern. In der Nacht haben wir noch unsere Rößer gesattelt gehabt so das wir direkt losstarten können.

Nach einem Kaffee und ein kleinen Happen starteten wir los an den Hang von Mostar der mir vor ein paar Jahren mit meiner Africa Twin ganz schön zum schwitzen verhalf.

Davor noch kurz bei einem alten Verteidigungsposten vorbeischneien. Nachdem wir uns die volle Gönnung geben wollte und durch den Posten schon auf einem Teilstück waren dachten wir wir fahren noch mal runter um dann von ganz unten das schwere Stück zu nehmen. Gesagt getan.

Der Weg ist wie vor Jahren echt schwierg zu fahren und ich habe ausversehen und ohne zu merken Martin von der Straße abgedrückt gehabt. Aber nichts passiert nur ein wenig gelacht und weiter gehts. Der Weg nach oben ist mit Beton in den Kurven ausgegossen gewesen. Jedoch reisst der immer mehr und mehr ein, was bei den richtig groben Steinen natürlich noch mehr Spass macht diesen Weg nach oben zu folgen.

Ich wusste noch das der Weg oben dann wieder normal wird also machte ich mir nicht so viele Sorgen meine Energie, Riegel und Wasser zu verbrauchen. Wir sind ja gleich im nächsten Ort. Auch Martin verbrauchte seine Sachen relativ schnell denn der Aufstieg dauerte ca. 2h jetzt schon mit all dem Gespiele und hoch und runter.

Oben am Hang angekommen kam uns ein Pärchen mit einem Landrover entgegen. Zwei Tschechen. Sie meinten das der Weg nicht mehr passierbar ist weil ein Erdrutsch den Weg versperrt. Ich dachte mir naja so schlimm kann es nicht sein also fuhren wir weiter.

Es wurde glitschig und schlammig und nach ca. 30 Minuten standen wir vor dieser netten Aufgabe:

Das schaut jetzt vielleicht easy aus aber der Absturz ist ca. 4m tief und das was wir gerade ansehen da kommen wir her. der Abriss an der Kante da vorne ist ca 1,5m tief und geht gerade nach unten. Zudem ist das gesamte Erdreich so lose und weich das man schon fast nicht mehr laufen kann. Also fingen wir an einen Weg für uns zu bauen. Stein für Stein bauten wir an der Seite der Wand mit großen und kleinen Steinen einen Weg an dem wir vorkommen können.

Also Steine schleppen, Weg bauen und die Motorräder abladen. Nachdem alle Sachen rüber getragen waren fuhr Martin schon mal vor um zu prüfen ob es weitere Hürden gibt. Nach ein paar Minuten kam er lachend wieder und meinte das er schon mal angefangen hat den nächsten Felssturz abzusichern aber wir brauchen dann auch noch eine Säge. Gut das ich immer eine dabei habe.

Wieder alles auf den Motorrädern rangezurrt ging es zum nächsten “Loch”.

Wir haben an der Seite die kleinen Bäumchen weggemacht und ich bin dann bei diesem weichen steinigen und echt tiefen Loch umgefallen. Hier sind wir bei knapp 5m tief und wenn du dich da verewigst dann brauchst du andere Sachen um die Maschine zu bergen.

Aber zusammen haben wir es wieder geschafft auch diese Hürde zu überstehen. Aber langsam war es echt anstrengend. Wir haben das Wasser und die Essensreserven schon verbraucht gehabt.

Wieder alles aufgepackt und weiter geht’s. Ich fahre jetzt vor während Martin noch sich ausruht. Es schaut lange gut aus. Nach 15 Minuten Fahrt komme ich an den nächsten Hürdenpunkt. Aber jetzt wird es nicht mehr witzig. Vier Löcher hintereinander und eins tiefer als das andere. Ich bin langsam echt fertig und hungrig. Wasser ist alle und wir versuchen uns zusammen zu reissen. Ich hole Martin und sage Ihm das es links und rechts keine Möglichkeit gibt dran vorbeizukommen. Also versuchen wir alternative Wege zu finden. Dort überschlägt sich Martin in einem Waldstück und ich fuhr mich fest.

Am Ende entschieden wir uns zusammen alternative Wege zu finden parallel zum Weg welcher wie eine Atombombe ausgesehen hat. Martin hat uns noch die letzten Essensreste zusammengekratzt und uns Porige gekocht. Derweil habe ich im Wald eine Schneise geschnitten.

Wir haben es dann auch wirklich um fast 18:30 Uhr geschafft das alles hinter uns zulassen. Wir musst jedoch noch mindestens 1h Offroad zur nächsten befestigten Straße fahren. Wir wussten auch das es am Abend schlechtes Wetter kommen würde und somit besorgten wir uns beim Abendbrot ein AirBNB mit richtig guten Zimmern.

Die nette Vermieterin hat uns auch schon das Wasser im Boiler heiss gemacht so das wir direkt unter die Dusche springen konnten.

Ich ging früh ins Bett aber irgendwie ging es mit meinem Herz nicht so gut. Ich hatte dauerhaft komische Aussetzer im Herzrhythmus und konnte die ganze Nacht mehr schlafen.

Bis Morgen

Euer Franky

Franky
Author: Franky

Franky zu beschreiben wird schwierig. Er ist ein netter, manchmal zu forscher, aber lieber Reisender. Er mag die Einsamkeit genauso wie einen Pulk von Leuten. Er ist sehr aktiv und immer für einen Witz zu haben. Am liebsten treibt er sich in Kiesgruben und auf Motorrädern herum. Er reist gerne in Länder in denen es noch richtige Natur gibt und meidet meistens Großstädte. Er hat eine Rechtschreibschwäche 😉 vergibt ihm das.

Servus, ich bin

Franky

Servus! Ich bin Franky – unterwegs auf zwei Yamaha Ténéré 700, mit Werkzeug im Tankrucksack und Kamera im Gepäck. Hier gibt’s ehrliche Geschichten von Schotter, Sand und Schrauberei.

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