Motorrad Fahrwerk einstellen – Teil III High- & Low-Einstellungen

Allgemeines

So, nachdem wir unser Fahrwerk aufs Niveau gebracht und die Grundeinstellungen für Druck und Zugstufe eingestellt haben auf die Umgebung, was bringt uns der Vorteil bei High and Low Einstellungen ?

Fahrwerke, die eine High/Low-Einstellung besitzen, sind das Nobelste, das es auf dem Markt gibt. Beim Einstellen der Grundeinstellungen wird hier erstmal auf Low alles eingestellt und High bleibt in der Standardeinstellung.

Wir müssen, um die Highstufe-Einstellungen zu definieren, erst mal verstehen, wie diese technisch funktionieren. Leider kommt jetzt ein gutes Stück Technikthema auf uns zu:

Technischer Aufbau einer Federung (Beispiel Federbein)

Grundaufbau der Federung

Im Großen und Ganzen ist der Aufbau einer Federung ein Kolben, welcher in einem geschlossenen Zylinder auf und ab wandert.

In der Wand des Zylinders sind Bohrungen, die Öl von einer Seite des Kolbens auf die andere Seite des Kolbens verdrängen lassen, wenn der Kolben von einer Seite zur anderen wandert.

Was bringt die Öl-Verdrängung

Das Öl soll die Bewegung des Kolbens verlangsamen, da es unter Druck durch einen bestimmten, festen Querschnitt durchgeleitet wird. Aber diese Geschwindigkeit soll ja nicht immer dieselbe sein, wie wir es im 2. Teil ja schon gelernt haben.

Deswegen möchten wir durch ein Rückschlagventil, welches wir mehr oder weniger öffnen oder schließen können, die Durchflussmenge des Öls festlegen.

Je höher der Druck steigt, desto mehr lässt die Feder das Öl passieren und öffnet dadurch einen weiteren Kanal auf die andere Seite.

Je mehr das Rückschlagventil frei gibt, desto schneller kann der Kolben sich wieder bewegen und wird weniger gebremst. Diese Funktion ist für Druck und Zugstufe gleich.

High- und Low-Einstellung – was kann das Ding?

So, nachdem wir verstanden haben, wie die Ventile und Einstellungen funktionieren, können wir uns ja fast schon vorstellen, wie die High-Einstellung aussieht. Sie ist auch nichts anderes als ein Rückschlagventil, das eine stärkere Feder besitzt. Ergo – erst bei höheren Drücken, z.B. Sprung von einer 1m hohen Wand, Sprung in einen Fluss usw., bei denen die Gabel den gesamten Federweg in kurzer Zeit bewältigen muss, wird die High-Einstellung interessant.

Es geht darum, wie hart der “Einschlag” sein soll. Bei einem großen Sprung, der auf Block geht, wird dadurch die Energie auf den Fahrer übertragen. Mit der High-Einstellung ist es möglich, diesen Sprung härter oder weicher in den Lenker einfließen zu lassen.

Was macht die High-Einstellung so gefährlich ?

Wenn man diese Schraube zu sehr raus dreht, wird dieses Loch, durch das das Öl entweicht, dauerhaft benutzt. Dadurch wird die Gabel zu weich und kann nicht mehr richtig arbeiten, außerdem sind es dann zwei Federn, die im selben Bereich arbeiten. Dadurch wird die Fahrt mit diesem Fahrwerk eigenartig im Gefühl.

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