Kleine Straßen an der Italienisch -Slowenischen Grenze

Servus Miteinander,

Ich befinde mich gerade auf einer Hütte auf ca. 1600 Höhenmetern. Die Sonne geht gerade auf und der Bergzug, der direkt vor meinem Zimmerfenster steht, strahlt wie eine angeschaltete Lampe in mein Zimmer.

Es ist totenstill hier. Man hört kein Auto, kein Flugzeug, kein Tier und keinen Menschen. Total krass. Wir befinden uns gerade im Malga Gebirge, um uns herum sind nur Bergzüge. Da wir gestern von unserem Zeltplatz aus erst um 11 Uhr los kamen und der Anfang der TET noch ca. 40km entfernt war, schafften wir heute ungefähr das erste Drittel des ersten Tages der TET.  Wir fahren die TET ja von der slowenischen Grenze her, also von Sektion 7 beginnend zur 1 nach Monaco.

Da wir am Vortag nicht tankten, versuchten wir, bei zwei direkt auf dem Weg liegenden Tankstellen Benzin zu ergattern. Italien ist ja das Motorradland schlecht hin und am Samstag gab es scheinbar ein Vespa Treffen. Also schwirrten überall Vespa Gruppen bei Tankstellen herum wie Bienen vor Ihrem Bienennest. Man wartet schon mal 20 Minuten bis mal die Zapfsäule in greifbare Nähe rückt. Aber der Anblick und die Art der Leute entschädigt für alles. Außerdem sind wir ja im Urlaub und haben keinerlei Stress. Es fasziniert mich immer aufs Neue, dass so ein bisschen Metall und Plastik Menschen in einer Gruppe so glücklich und fröhlich machen kann. Sie fahren, genießen alles was an Ihnen vorbeifliegt und lachen und scherzen.

Nach dem Tanken, was jetzt ungelogen 35min gedauert hatte ;), fuhren wir direkt auf die TET und verfolgten diese zurück zur slowenischen Grenze. Das bedeutete für uns, den Monte Carnizza Pass zweimal zu fahren. Aber ich hab gleich mal Sticker geklebt 😉

Ich fang jetzt mal an zu erzählen als ob wir über die slowenische Grenze gekommen wären, damit man ein Gefühl bekommt wie es auf der TET direkt am Anfang ist. 

Wenn man von der slowenischen Seite her kommt erwartet einen nach dem italienischen Landeszeichen eine Abfahrt die nach rechts den Berg hinauf führt. Danach wird die schon eher klein ausfallende Straße sehr eng und die Schlaglöcher mit einer handbreit Tiefe liegen auf der Straße herum. Ausweichen bei Gegenverkehr ist nur an den schon definierten Stellen möglich. Das Sträßchen zirkelt sich am Berg entlang und gibt immer wieder einen wunderschönen Blick auf den gegenüberliegenden Berg frei. Der Fahrtwind der in meinen Endurohelm strömt, riecht trocken nach Laub und Sonne. Kurz vor dem höchsten Punkt ist eine Einkehrmöglichkeit, in der man bestimmt leckere Sachen bekommt. Wir entschloßen uns jedoch, an einer kleinen Gedenkstätte oben am Pass unseren österreichischen Käse und die italienische Wurst zu verdrücken. Dazu gibt es frische Gurke und 2 Äpfel. Zwecks der Vitamine😉

Gestärkt fahren wir weiter. Die Straße führt jetzt durch ein Waldgebiet und besitzt trotz der kleinen Straße auch Tornanti, die für Anfänger schon sehr knifflig sind. Links und rechts liegen riesige Steinfelsen in einem leuchtenden weiss herum, wie man es auch von Slowenien kennt. Sie sind teilweise mit Moos bedeckt und die Laubbäume schützen vor der sehr starken italienischen Sonne. 

Die Kurven nehmen abrupt ein Ende und wir fahren in eine kleine Ortschaft ein. Ich habe mich mit mehreren Leuten schon unterhalten die hier wohnen. Keiner kennt die TET, die Leute wundern sich nur dass so viele Motorradfahrer diese Straße benutzen. Also wenn Ihr in den Ortschaften fahrt: Fahrt langsam und leise. Seid freundlich und grüßt die Leute.

Als nächstes führt uns die Strecke durch ein Flusstal, das einen vollkommen umhaut. Traumhaft blaues Wasser, riesige Steine im Wasser liegend, und die Straße – als wäre Sie ein Abbild des Flusses – schlängelt sich durchs Tal. Irgendwann zweigt rechts eine kleine Straße ab. Wichtig – nicht über die Brücke fahren! Dann geht es in eine Bergstraße, die ihresgleichen sucht. Traumhaft schön, jedoch die Leute die einem entgegen kommen, sind sehr schnell und teilweise unfreundlich. Sie schneiden die Strecke und drängen sich durch. Obwohl kein Platz ist. Also besser vorsichtig fahren. 

Nach 5 Tornanti, die fast an der Spitze des Passes sind, kommt unsere Übernachtungsmöglichkeit. Eine bewirtete Hütte direkt in den Bergen. Ich kann nur empfehlen hier mal auszuharren und es zu genießen, wie es ist, am Morgen der einzige auf dem Berg zu sein. 

Bis Bald 

Euer Franky

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