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Tenere 700 – Was ging alles schon kaputt

7 Min. Lesezeit

Was ging an meiner Yamaha Ténéré 700 kaputt, was hat sich verschlissen und was hat die Werkstatt gekostet? Hier sammle ich alles – ehrlich und ungeschönt. Dieser Beitrag wird laufend ergänzt, sobald etwas Neues dazukommt.

Franky’s Yamaha Ténéré 700 im Gelände

110.000 km

auf der Uhr – viel davon offroad

5 Services

in Deutschland und Italien

3.340 €

Werkstattkosten insgesamt

Kurz & knapp

  • Konstruktive Schwachstellen: Auspuffhalter, weicher Lenker, Seitenschutz und die Lage des Display-Schalters.
  • Verschleiß, der früher kam als erwartet: Gleitrohre der Gabel, Radlager, Kupplung und die hintere Bremse.
  • Größter Einzelschaden: Ein Stein hat bei 50.000 km den Lichtmaschinendeckel aufgerissen – Fahrt zu Ende.
  • Mein Fazit bisher: Wer viel im Dreck fährt, sollte Bremse, Lager und Gabel regelmäßig kontrollieren und beim Schutz auf Zubehör setzen.

Teil 1 Schwachstellen & Ärgernisse

Schlüssel

Verschleiß

Die Schlüssel von Yamaha sind grundsätzlich superweich. Ich weiß nicht, was das zu bedeuten hat – aber sie lassen sich so leicht biegen, dass der Schlüssel auch schnell verschleißt.

Rechts siehst du meinen Schlüssel nach drei Jahren im Gebrauch.

Verbogener und abgenutzter Yamaha-Schlüssel
Mein Schlüssel nach 3 Jahren

Seitenschutz

Konstruktion

Ich habe schon viel Schlechtes über den originalen Seitenaufprallschutz gehört – dass er den Rahmen kaputt macht und so weiter. Bei mir ist bis jetzt nichts passiert, und ich lag wirklich oft. Allerdings verformt er sich und ist nicht wirklich praktisch.

Franky’s Tipp

Steck das Geld lieber gleich in einen Schutz von einem Zubehörhersteller.

Verformter originaler Seitenschutz der Ténéré 700
Der Seitenschutz nach einigen Umfallern

Display-Select-Schalter

Bedienung

Den Display-Schalter finde ich einfach nicht gut positioniert. Bei der World Raid ist daraus ein Drehknopf geworden – aber wieder an der Gashand. Den Tempomat dagegen bedient man mit der anderen Hand … mir fehlen einfach die Worte.

Lenker

Konstruktion

Der Lenker ist zwar flexibel, verbiegt sich aber sehr schnell. Ich bin auf beide Seiten gefallen – jetzt ist er wenigstens gleichmäßig krumm. Bei Magura oder anderen Ersatzlenkern habe ich das noch nie erlebt.

Von einigen habe ich sogar gehört, dass der Lenker gebrochen ist. Das ist mir zum Glück bisher nicht passiert.

Bremsbeläge hinten

Verschleiß

Wenn man durch Schlamm und Matsch fährt, schleifen die Beläge dauerhaft und verschleißen so deutlich schneller. Ich habe es geschafft, die hintere Bremse in zwei Wochen bei normaler Fahrt zu killen.

Franky’s Tipp

Achte auf die Beweglichkeit der Beläge. Prüf immer mal wieder, ob sie dauerhaft schleifen oder schief im Sattel sitzen.

Komplett abgefahrene hintere Bremsbeläge
Nach zwei Wochen Schlamm: Beläge runter

Auspuff

Konstruktion

Der Auspuff ist ein leidiges Thema. Für einen Sturz ist er einfach falsch konstruiert – der Auspuffhalter wird über kurz oder lang abbrechen. Schweißen ist in Deutschland nicht erlaubt, also eine ziemlich doofe Situation.

Mein Tipp

Den Auspuff gegen einen HP Corse auszutauschen war die richtige Invest. Damit schleift nichts an der Schwinge, der Auspuff geht nicht kaputt da er unter dem Heck ist und man verbrennt oder verbiegt sich nichts.

Lack

Optik

Der Lack ist sehr empfindlich und kratzt schnell ab. Gut, ich fahre teilweise wirklich übel mit ihr – aber an meiner Africa Twin war so ein Lackverschleiß nicht zu sehen, und mit der habe ich 190.000 km runtergerockt.


Teil 2 Service & Werkstattkosten

Alle Inspektionen im Überblick – wo, was gemacht wurde und was es gekostet hat.

kmWerkstattWas wurde gemachtKosten
1.000Yamaha / BMW MünchenAlle Schrauben nachgezogen, neuer Ölfilter und Öl.350 €
10.000Yamaha ItalienÖlwechsel, Schrauben nachgezogen, Luftfilter gereinigt.150 €
20.000Motorrad IsartalService plus Reparatur der Federgabel. Zündkerzen, Ölfilter und Öl getauscht, Schrauben und Speichen nachgezogen, Luftfilter gereinigt, Bremsbeläge hinten neu.450 €
30.000Motorrad IsartalZündkerzen, Ölfilter und Öl getauscht, Schrauben und Speichen nachgezogen, Luftfilter gereinigt, Bremsbeläge vorne und hinten neu.490 €
40.000Motorrad IsartalGroßer Service: Ventilspiel eingestellt, Öl und Bremsflüssigkeit gewechselt, Luftfilter, Standardarbeiten. Verlorene Schrauben und Kabelbinder an den Plastikteilen ersetzt, Speichen nachgezogen. Neue Kupplung mit Kupplungskorb – die alte hatte ich in Rumänien und Bosnien auf 10.000 km verbraten. (Teile fürs Umlenklager gekauft, aber nicht verbaut.)1.900 €
Summe3.340 €

Teil 3 Eigenreparaturen
an der 2019 Tenere 700

Alles, was ich selbst getauscht oder repariert habe – sortiert nach Kilometerstand.

5.000 km · 24.000 km

Bremsbeläge hinten

Wie oben beschrieben: Die Beweglichkeit der Beläge im Auge behalten und regelmäßig prüfen, ob sie dauerhaft schleifen oder schief sitzen.

19.000 km

Federgabel & Gleitringdichtungen

Die Gleitrohre waren nach rund 20.000 km schon verschlissen und mussten poliert werden. Außerdem wurden die Gleitringdichtungen auf Garantie getauscht, weil sie ebenfalls schon gerissen waren.

Die Dichtungen sind Verschleißmaterial – dass die Gleitrohre das nicht aushalten, fand ich aber enttäuschend. Wahrscheinlich besorge ich mir neue Gleitrohre und lasse sie gleich beschichten.

20.000 km

Katzenauge

Auf Garantie gab’s ein neues Katzenauge. Das alte war viel zu gefährlich – HUuuuuuuuu. 😉

23.000 km

Radlager vorne & hinten

Nach rund 24.000 km Offroad waren die Radlager fest – vorne schlimmer als hinten. Aufgefallen ist mir, dass die Lager innen nicht abgedichtet waren, sondern nur außen einen Deckel hatten. So konnte das Fett auf der Innenseite entweichen.

Ich habe Ersatzlager genommen. Hinten tausche ich, sobald ich aus Italien zurück bin.

Maß zum Nachbestellen

Radlager vorne: 44 × 33 × 12 mm

24.000 km

Kupplung

Auf den letzten 2.000 km hat sich nach und nach ein komisches Geräusch aus Richtung Kupplungskorb entwickelt. Dazu rutschte die Kupplung gern mal – allerdings nur im kalten Zustand. Ich habe eine neue Kupplung bestellt. (Beim 40.000er-Service kam dann noch einmal eine neue samt Korb rein, siehe oben.)

40.300 km

Plastikteile & neues Design

Weil das Plastikdekor so kaputt war, habe ich mir ein neues gegönnt – aber nicht von Yamaha, denn die Preise sind immens, sondern von einer Firma, die sich auf alternative Kits spezialisiert hat.

48.000 km

Bremsbeläge & Bremsscheibe hinten

Der Sand in Marokko hat die hintere Scheibe so verschlissen, dass sie getauscht werden sollte. Hab ich’s gemacht? … Nö, bis jetzt noch nicht. Aber die Teile sind schon da. 😉

50.000 km

Lichtmaschinendeckel gebrochen

Ein Stein hat den Motorseitendeckel aufgerissen. Das Öl lief raus, und die Fahrt war zu Ende.

Den Generatordeckel habe ich inzwischen über eBay ersetzt und die Bruchstücke aus dem Motor gefischt. Wir schauen weiter, wie der Motor sich verhält.

Gebrochener Lichtmaschinendeckel an der Ténéré 700
Ein Stein – und die Tour war vorbei

Lehre daraus

Ein Motorschutz bzw. Deckelschutz für die Lichtmaschinenseite hätte das wahrscheinlich verhindert – gerade bei steinigen Strecken lohnt sich die Investition.

82.000 km

Unfall mit Anhänger

Nach der Malle Mutor Rally überschlug sich der Anhänger mit der Tenere kurz bevor ich zuhause angekommen war. Damit war einiges kaputt und ich entschied mich die Maschine zu verkaufen und eine neue Maschine mir zu besorgen

Damit ist für die Tenere 700 BJ 2019 hier nun das Ende gekommen.
Jedoch hat ein guter Freund sie mir abgekauft und sie wieder vollständig repariert. Ich wünsche Ihm ganz viel Spaß mit Ihr

Teil 4 Eigenreparaturen
an der 2022 Tenere 700

nach dem die 2019er T7 das zeitliche gesegnet hatte kaufte ich mir eine gebrauchte neue T7 aus dem Baujahr 2022. Auch wieder in Blau und auch wieder mit dem alten Display.

9.500 km

Bremsbeläge Vorne und HInten

Wie schon bei der ersten T7 waren die Pads durch. Ergo ausgetauscht und gut ist

10.000 km

Ölwechsel und Flüssigkeitswechsel

Beim Kauf habe ich gesehen das die Sachen noch alt sind. So habe ich einfach mal einen Ölwechsel und Flüssigkeitswechsel angesetzt. Direkt auch noch die Bremsflüssigkeit durchgespült und entlüftet

15.000 km

Ölwechsel

Nach unser Tour auf der Insel Sardinen wurde direkt nach 5k km die Sosse gewechselt und einfach bei diesen Herausforderungen keine Probleme zu bekommen. Da die Tenere dauerhaft immer so heiss wird wenn man trailert und die Kupplung auch einen Abrieb hat sehe ich das als sinnvoll an. Aber jeder kann das handhaben wie er will.

21.000 km

Ölwechsel vor Balkantour und Kette

Ich habe noch schnell die Kette und einen Ölwechsel gemacht und die Bremspads noch mal ausgetauscht. Leider bei diesem Manöver viel auf der Vorbesitzer ein Helicoil in den vorderen Bremsanker eingeschraubt hatte. Da die Reise gerade mal zwei Tage entfernt war habe ich ein neues verbaut und gehofft das ich mit Expressversand einen gebrauchten neuen Anker schnell bekommen kann.

Dieser kam genau am Abfahrtstag an. Puhhh 😉

29.800 km

Kupplung & Ölwechsel & Ventilklappern & Felgenringe abgedreht & Fussraste abgerbochen

Nach der Reise durch den Balkan gab es so einige Themen die repariert gehören. Hier bin ich gerade noch dran. Schon vor der Fahrt war die Kupplung ein bisschen rutschig. Aber sie hat bis zum Ende noch Ihre Arbeit gemacht auch wenn sie manchmal Geräusche von sich gegeben hat.

Einige Steine haben sich dann auch noch ihn der Felge verewigt was nun zur Entscheidung gekommen ist neue Haan Felgen zu bestellen. Diese werden in den nächsten Tagen angekommen.

Zudem ist noch die Fussraste abgebrochen. Hier konnten wir uns alternativ eine Schraube besorgen auf der ich dann den letzten Tag stand.

Lehre daraus

Die Schraube der Fussraste ist eine Feingewinde Schraube M12 ergo bedenken wenn du eine Ersatzschraube mit dabei haben willst. Ich fand es ein wenig komisch das die Fußrasten Halterung abriss aber so ist das halt.

Fortsetzung folgt …

Dieser Beitrag wächst mit jedem Kilometer. Hast du an deiner Ténéré ähnliche Erfahrungen gemacht – oder ganz andere? Schreib’s unten in die Kommentare!

Franky
Author: Franky

Franky zu beschreiben wird schwierig. Er ist ein netter, manchmal zu forscher, aber lieber Reisender. Er mag die Einsamkeit genauso wie einen Pulk von Leuten. Er ist sehr aktiv und immer für einen Witz zu haben. Am liebsten treibt er sich in Kiesgruben und auf Motorrädern herum. Er reist gerne in Länder in denen es noch richtige Natur gibt und meidet meistens Großstädte. Er hat eine Rechtschreibschwäche 😉 vergibt ihm das.

Servus, ich bin

Franky

Servus! Ich bin Franky – unterwegs auf zwei Yamaha Ténéré 700, mit Werkzeug im Tankrucksack und Kamera im Gepäck. Hier gibt’s ehrliche Geschichten von Schotter, Sand und Schrauberei.

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