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Continental TKC 80² – Tenere 700

5 Min. Lesezeit

Der TKC 80² war auf meiner letzten Balkan-Tour dabei. In 8 Tagen bin ich 1.900 Kilometer gefahren, bei Sonne, Hitze und auch ein wenig Regen war auch dabei. Da hatte der Reifen genug Gelegenheit zu zeigen, was er kann und wo seine Grenzen liegen. Eines vorweg: Er ist kein Schnäppchen aber er kann bei harter Performance Leistung zeigen.

Was verspricht Conti

Der TKC 80 ist seit rund 40 Jahren so etwas wie die Ikone unter den Adventure-Reifen. Jetzt gibt es zum ersten Mal eine komplett neue Generation, gesprochen übrigens „TKC 80 Gen Two“. Profil, Gummimischung und Karkasse wurden überarbeitet. Wie der Vorgänger ist er als 50:50-Reifen für Straße und Gelände gedacht. Continental verspricht starken Grip im Gelände, mehr Sicherheit bei Nässe dank RainGrip-Technologie und mehr Stabilität durch eine größere Aufstandsfläche. Außerdem trägt er eine M+S-Markierung.

Der alte TKC 80 bleibt übrigens weiter im Programm, der Neue soll ihn also nicht sofort ersetzen. Entwickelt wurde der TKC 80² nicht bei der Dakar, sondern auf einheitlichen Testrunden in einem Conti-Entwicklungszentrum in Texas. Ob das alles auch auf dem Balkan funktioniert, habe ich mir angeschaut.

Aufbau und Struktur

Hinten fährt sich das Profil neutral ab und bleibt immer kantig. Er wird also nicht so schnell rund wie viele andere Reifen. Dafür reißt er aus: Die Flanken reißen ab, und wenn er weiter abgefahren ist, reißen ganze Blöcke ein. Ganz abgerissen ist bei mir aber keiner.

Einen extremen Schlag von einem Stein hat er weggesteckt. Dabei wurde ein etwa 2-Euro-Stück großes Stück aus der Karkasse gerissen, kaputtgegangen ist der Reifen aber nicht. Das spricht für einen robusten Aufbau.

Zur Laufleistung muss man ehrlich sein: Das von Continental versprochene bessere Abriebbild konnte ich so nicht vollständig bestätigen. Nach rund 2.000 Kilometern ist der TKC 80² extrem runtergefahren. Wer schnell und viel Offroad fährt, hat einen sehr hohen Verschleiß. Für eine Woche Balkan reicht das gerade so. Bei einer längeren Reise muss man einen Reifenwechsel unterwegs einplanen.

Handling Onroad

Solange er noch Profil hat, bietet er auf der Straße eine wirklich gute Basis. Auf richtig heißem Asphalt wird er jedoch sehr rutschig. Er bricht dann ziemlich plötzlich aus, und zwar nicht nur hinten, sondern auch vorne.

Bei hohen Geschwindigkeiten rutscht man über beide Räder weg, trotz der größeren Aufstandsfläche, die eigentlich für mehr Stabilität sorgen soll. Das kommt zwar brachial, bleibt aber kontrollierbar. Man muss es nur wissen und bei Hitze mit Gefühl aus der Kurve gleiten.

Noch ein paar Fotos

Zur Laufleistung muss man ehrlich sein: Das von Continental versprochene bessere Abriebbild konnte ich so nicht bestätigen. Nach rund 2.000 Kilometern ist der TKC 80² extrem runtergefahren. Wer schnell und viel Offroad fährt, hat einen sehr hohen Verschleiß. Für eine Woche Balkan reicht das gerade so. Bei einer längeren Reise muss man einen Reifenwechsel unterwegs einplanen.

Handling Offroad

Auf Erde und losem Gestein ist er ein sehr guter Begleiter, auch wenn die Steine grob und rund sind. Hier merkt man das neue Profil mit den gleichmäßigen Kanten: Er greift sauber zu und gibt einem ein sicheres Gefühl.

Probleme bekommt er erst, wenn der Boden zu weich wird. Dann gräbt er sich auch mal gerne ein, da helfen auch die versetzten Schulterblöcke nur begrenzt.

Ich bin dauerhaft bei 1,8bar oder 2bar gefahren was wirklich hoch ist wenn man bedenkt was wir gefahren sind. Trotzdem hatte er dauerhaft im Offroad gute Performance abgeliefert und hat mich nicht enttäuscht.

Wenn man über die 2500km kommen möchte sollte man nicht gaskrank sein und immer bedacht fahren.

Handling Regen

Hier hat mich der TKC 80² wirklich überrascht, und hier hält Continental sein Versprechen. Im Vergleich zum normalen TKC 80 hat er auf regennasser Fahrbahn viel, viel mehr Grip und schmiert deutlich weniger weg.

Man kann im Regen mit gutem Gefühl um die Kurven fahren. Die RainGrip-Technologie ist also kein reiner Werbespruch.

Masse und Preis

Da die Maße wichtig für Handling und Kosten füge ich diese auch immer noch an

  • Front: 90/90 -21 TT 54 S
  • Heck: 150/80 -18 TT 65 S
  • 116,00 €
  • 174,20 €

Fazit

Der TKC 80² ist ein sehr guter Reifen, solange er Profil hat. Im Regen spielt er den normalen TKC 80 klar an die Wand, im Gelände auf Erde und Geröll macht er richtig Spaß und auch einen harten Steinschlag steckt er weg. Bei heißer Straße und hohem Tempo wird er dagegen rutschig und schmiert vorne wie hinten weg. Das ist zwar kontrollierbar, aber man muss damit rechnen.

Das größte Problem ist der Verschleiß. Wer zügig und viel Offroad fährt, hat ihn nach etwa 2.000 Kilometern durch, mit eingerissenen Blöcken und abgerissenen Flanken. Für den Preis ist das einfach zu wenig. Die Presse hat bei der Präsentation im kühlen Portugal ein besseres Bild gezeichnet, aber eine Woche Balkan im Sommer ist eben ein anderer Härtetest.

Wer eine kurze, gemischte Tour mit Regenrisiko plant, findet im TKC 80² einen starken Partner. Wer viele Kilometer bei Hitze abspulen will, sollte sich nach etwas Langlebigerem umschauen.

Pro

  • Bei Nässe viel mehr Grip als der normale TKC 80, schmiert kaum weg
  • Sehr guter Begleiter auf Erde und losem, grobem Gestein
  • Vorderrad wackelt trotz noppigem Abrieb deutlich weniger als der K60 Scout
  • Hinterrad bleibt kantig und wird nicht schnell rund
  • Robuste Karkasse, hat einen harten Steinschlag überstanden
  • Bricht zwar aus, bleibt dabei aber kontrollierbar
  • M+S-Markierung

Contra

  • Auf heißer Straße sehr rutschig, rutscht vorne und hinten weg
  • Gräbt sich auf sehr weichem Boden gern ein
  • Sehr hoher Verschleiß, nach ca. 2.000 km extrem runtergefahren
  • Flanken reißen ab, Blöcke reißen ein
  • Für die geringe Laufleistung sehr teuer
Franky
Author: Franky

Franky zu beschreiben wird schwierig. Er ist ein netter, manchmal zu forscher, aber lieber Reisender. Er mag die Einsamkeit genauso wie einen Pulk von Leuten. Er ist sehr aktiv und immer für einen Witz zu haben. Am liebsten treibt er sich in Kiesgruben und auf Motorrädern herum. Er reist gerne in Länder in denen es noch richtige Natur gibt und meidet meistens Großstädte. Er hat eine Rechtschreibschwäche 😉 vergibt ihm das.

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